, Hösli Elias, HERREN 1
Starke Vorstellung wird nicht belohnt
Am vergangenen Sonntag zu später Stunde – Anpfiff war erst um 20:00! – traf unsere erste Mannschaft zum Start der Rückrunde auswärts auf den UH Appenzell. Im Hinspiel wurde man von den Ostschweizern gleich mit 2:9 aus der eigenen Halle geschossen – dementsprechend hatten die Glarner hier noch eine Rechnung zu begleichen.
Beste Phase in dieser Saison
Der Start in diese Partie misslang den Gästen aber einmal mehr und bereits nach zwei Minuten konnten die Appenzeller in Führung gehen. Doch was dann folgte, war echt beeindruckend – die Glarner zeigten postwendend eine starke Reaktion und fanden immer besser ins Spiel. Nur wenige Minuten später lief der Ball gekonnt durch die Glarner Reihen, ehe Hurricanes-Topscorer Sandro Zanoni direkt auf Pirmin «Piri» Winteler spielte und dieser hämmerte den Ball aus zentraler Position ebenfalls direkt in die gegnerischen Maschen – Wow! Was für eine sehenswerte Kombination zum verdienten Ausgleich. Dieser tolle Treffer verlieh den Hurricanes sichtlich Aufwind und weil’s so schön war, warum nicht gleich nochmal? Das dachten sich wohl auch Zanoni und Piri Winteler, denn rund fünf Zeigerumdrehungen später liessen sie den praktisch identischen Spielzug wie beim Ausgleich nochmals folgen – und wieder hatten die Hausherren keine Abwehrchance – 2:1-Führung für die Wirbelwinde durch zwei wunderschöne Treffer! Und nun spielten sich die Glarner in einen regelrechten Rausch – sie zeigten in dieser Phase das wohl beste Unihockey seit dem Aufstieg in die zweite Liga: immer wieder lief der Ball direkt durch die eigenen Reihen und es folgten immer wieder sehr gefährliche Abschlüsse. Wieder nur kurze Zeit nach dem Führungstreffer eine weitere Augenweide einer Kombination: ausgehend von den Verteidigern leitete Luca Wiederkehr direkt weiter zu Gian-Andri «Schänni» Hefti, der direkt weiter zu Jonas «Jöni» Hösli und dieser absolut souverän ins Tor zum 3:1 für die Glarner! In dieser Phase zeigten die Hurricanes endlich mal, was in ihnen stecken würde und was man eigentlich zu leisten im Stande wäre. Doch just in dieser Phase schlichen sich dann wieder ungewohnte Fehler in der Defensive ein und bis Drittelsende hiess es dann trotzdem wieder 3:3.
Weiter ausgeglichen
Doch auf dem Auftritt aus den ersten zwanzig Minuten konnte man dennoch absolut aufbauen! Und genau mit dieser Einstellung gingen die Glarner dann auch in die zweiten zwanzig Minuten. Dort erarbeiteten sich beide Seiten teils hochkarätige Chancen und in der 24. Minute schoss Verteidiger Djan Gächter seine Farben mit einem platzierten Strich von einem Schuss aus vollem Lauf verdient in Front! Doch auch hier sollte die Führung für die Wirbelwinde nicht von grosser Dauer sein, denn nur wenige Augenblicke später konnten die Hausherren wieder ausgleichen – wieder nach einem Fehler in der Glarner Defensive. So blieb es auch nach 40 gespielten Minuten bei einem ausgeglichenen Spielstand.
Wie verhext!
Alles offen also fürs Schlussdrittel. Gleich zu Beginn bot sich den Hurricanes die erste Chance, in Überzahl zu agieren, doch leider konnte diese Möglichkeit nicht in Zählbares umgemünzt werden. Wenige Minuten später dann das Heimteam mit einem Mann mehr. Und die Appenzeller machten es besser: etwas glücklich drückten sie den Ball zur abermaligen Führung über die Linie. Und nur wenige Minuten später konnten die Hausherren ein erstes Mal mit zwei Treffern in Führung gehen. Doch die Glarner gaben sich weiter nicht geschlagen und glaubten nach wie vor an eine abermalige Wende in dieser klasse Partie! So war es auch nur wenig später Hurricanes-Captain Marco «Schlittä» Schlittler, der sich energisch durch die Appenzeller Defensive tankte und letztlich auch den Ostschweizer Schlussmann gekonnt umspielte – nur noch 5:6 aus Sicht der Hurricanes! In der Folge drückten die Glarner mit Vehemenz auf den Ausgleich - in den Schlussminuten dann auch noch ohne Torhüter. Pirmin «Piri» Winteler traf mit seinem Geschoss kurz vor Schluss aber leider nur den Pfosten und so endete diese Affiche mit 6:5 für den UH Appenzell.
Es ist einfach wie verhext! Wieder fehlt so wenig für einen Sieg, doch ausgerechnet heute – als die Offensive mal richtig florierte – zeigte sich die Glarner Defensive nicht von ihrer stabilsten Seite. Das gilt es in den kommenden Spielen wieder auf das gewohnte Niveau zu korrigieren, die offensive Spielfreude und Effizienz aber gleichzeitig hochzuhalten! Im Vergleich zur Kanterniederlage im Hinspiel war dies aber eine ganz klare Steigerung der Wirbelwinde und es gibt durchaus auch viel Positives aus diesem Spiel, was man mitnehmen muss und auf dem man absolut aufbauen kann!
Am kommenden Sonntag treffen die Glarner in St. Gallen um 14:00 auf den souveränen Leader United Toggenburg – mal schauen, ob den Hurricanes ein Geniestreich gelingt?
UH Appenzell – Hurricanes Glarnerland 6:5 (3:3 / 1:1 / 2:1)
Tore: 3’ Appenzell 1:0, 5’ P. Winteler (Zanoni) 1:1, 11’ P. Winteler (Zanoni) 1:2, 12’ J. Hösli (Hefti) 1:3, 12’ Appenzell 2:3, 14’ Appenzell 3:3, 24’ Gächter 3:4, 25’ Appenzell 4:4, 50’ Appenzell 5:4 (PPG), 53’ Appenzell 6:4, 54’ Schlittler 6:5
Strafen: 1 Mal 2’ gegen Appenzell, 1 Mal 2’ gegen Hurricanes
Bester Spieler Hurricanes: Matthias «Winti» Winteler
Hurricanes Glarnerland Weesen:
P. Hösli (TW), Heierle (TW)
E. Hösli, Gächter, Wiederkehr, Hefti, J. Hösli
J. Zweifel, Löffler, Schlittler(C), Zanoni, P. Winteler
Weber, Steiner, M. Winteler, L. Regen, Schneider
Wild, T. Kamm, Polgar-Hartmann
Bild: Simon Löffler